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Wasserkunst Tangermünde

Einst gab es in Tangermünde 13 Brauereien, deren Wasserversorgung gesichert werden musste. Der Besitzer einer dieser Brauereinen, Herr Bauer, ließ im Jahre 1815 eine Wasserkunst errichten, die das Wasser des Tangers unter der Stadt zu seiner Brauerei und zu einem an anderer Stelle gelegenen Brunnen führte.

Hier die Wasserkunst im momentanen Zustand (2013):

Zustand 2013 Wasserkunst 2013 Zustand 2013

Ursprünglich scheint sich an der Frontseite ein Eingang befunden haben, der noch zu erkennen ist (Bild 2).

Auf dem Stadtplan von 1819 (August Stöpel) sind zwei Objekte zu erkennen. Das eine dürfte die Wasserkunst sein, das andere möglicherweise das erwähnte Bassin.

Die Grundfläche des Bauwerks misst 3,73m in der Breite und 2,5m in der Tiefe und verjüngt sich nach oben. Die Vorderkante der Schulter ist in 4,0m Höhe und die Gesamthöhe des Bauwerks ist an der Vorderkante 7,56m. Die Erweiterung an der nördöstlichen Seite (Bild 3) misst 1,9m x 0,53m.

Das Innere der Anlage

Leider ist der Eingang vermauert worden, so dass eine genauere Untersuchung der inneren Bereiche momentan nicht möglich ist und auf Erinnerungen aus den 70er Jahren zurück gegriffen werden muss. Zu dieser Zeit gab es, hinter Gebüschen versteckt, einen Zugang in der südwestlichen Wand (Foto 1).
Im Inneren beginnt in der alten Stadtmauer, etwa in der Mitte des Bauwerks, ein Tunnel, relativ rechtwinklig zur Stadtmauer und mit waagerechtem Verlauf. Dieser endet dann mit einer Verschüttung. Vermutlich befand sich hier der Schacht, der die darüber befindliche Brauerei mit Wasser versorgte. Der Schacht dürfte später von oben verfüllt worden sein, was die kegelige Form der Verschüttung erklären würde. Die Länge dieses Tunnels lässt sich nur noch sehr ungenau schätzen. Auf etwa halbem Weg zweigt links ein weiterer Tunnel in spitzem Winkel stadteinwärts ab. Dieser Tunnel dürfte einen Stadtbrunnen versorgt haben. Leider konnte er damals auf Grund des zunehmenden Wasserstandes nicht weiter begangen werden. Dieser Tunnel hat somit ein leichtes Gefälle stadteinwärts.

Zeichnung

Die Tunnel haben eine Breite von etwa 0,8m und eine Höhe von etwa 1,7m. Sie sind in solidem Ziegelmauerwerk ausgeführt und oben halbkreisförmig gemauert. In Höhe des Übergangs der Rundung zu den senkrechten Wänden befinden sich in gewissen Abständen quer Flacheisen (ca. 80 x 10mm). Diese könnten der Erhöhung der Stabilität der Tunnel dienen, oder als Auflage für Rohrleitungen, von denen in einer Quelle zu lesen ist.
Am Boden der Tunnel finden sich in gewissen Abständen, ebenfalls quer, eine Art Schwellen. diese sind mit Ziegelsteinen gemauert, ca. 12cm dick und 2-3 Steinreihen hoch.

Die Technik

In der "Geschichte der Stadt Tangermünde" von Pohlmann ist von einem Wasserbassin die Rede, das vom Tangerwasser gespeist wurde. Wenn man die dort ebenfalls angegebene Förderhöhe des Wassers von 60 Fuß (ca. 20m) zu Grunde legt, muss sich bei einer Gesamthöhe der sichtbaren Anlage von 7,6m ein nicht unerheblicher Teil der Anlage unter der Erde befinden. Hierzu ist jedoch nichts bekannt und sollte genauer untersucht werden.

Zitat Pohlmann: "Im Jahre 1815 legte der Brauer Herr Bauer eine Wasserkunst an, welche das vom Tanger unter der Erde zur Stadtmauer in ein Bassin geleitete Wasser 60 Fuß in die Höhe hebt, und mittelst Röhren unter der Fischerstraße weg nach seinem Brauhause führt."

Auch sind noch viele Fragen nach der Art und Weise, wie das Wasser gefördert wurde, offen, ebenso die Art des Antriebes.


"Im Jahre 1815 legte der Brauer Herr Bauer eine Wasserkunst an, welche das vom Tanger unter der Erde zur Stadtmauer in ein Bassin geleitete Wasser 60 Fuß in die Höhe hebt, und mittelst Röhren unter der Fischerstraße weg nach seinem Brauhause führt."

Der verputzte Anbau an der Stadtmauer ist ein Überbleibsel einer 1815 angelegten Wasserkunst. Dieses Pumpwerk versorgte damals eine Brauerei und einen öffentlichen Brunnen in der Stadt mit Tangerwasser. Ursprünglich lief an der Mauer der Stadtgraben entlang, der mit dem Tanger (heute Hafenbecken) in Verbindung stand.
(www.tangermuenderflair.de/Hafen-Elbpromenade01.htm Rudi Bierhals)

1749 gab es unter den 528 Bürgern (Vollbürger) Tangermündes 45 Brauer, "denn das tangermündische Bier, unter dem Namen Kuhschwanz bekannt, fand im In- und auslande allgemeinen Beifall und bedeutenden ABsatz, selbst bis nach Hamburg hin..."

aus "Historische Wanderungen um Tangermünde", A.W.Pohlmann, S: 258

1843 gab es 9 Brauer und 6 Branntweinbrenner

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